Energiespiel Energetika 2010
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Energie-Frage der Woche

Wie wird sich die Energieversorgung in den kommenden Jahrzehnten wandeln? (20. Dezember 2010, dlr.de)

Im Wissenschaftsjahr "Die Zukunft der Energie" hat das DLR jede Woche eine Frage zum Thema Energie gestellt. Beantwortet hat sie Wissenschaftsjournalist Jan Oliver Löfken. Im Blog konnten die User Fragen und Kommentare publizieren, auf die wir geantwortet haben. Fast 150 Diskussionsbeiträge, Fragen und Antworten sind so zusammengekommen.

Spielanleitung/Video

In unserem Video Kurzeinführung erfährst du eine Variante, wie du erfolgreich in das Energiespiel starten kannst. Zudem werden die einzelnen Menues vorgestellt. Das Video gibt es als Download, es ist 130 mb groß: energiespiel-start-und-navigation.mov.zip

AKW-Unfall in Japan

Der Traum vom Nullrisiko

Der Originalartikel ist erschienen in derstandard.at, 17.03.2011
Link: http://derstandard.at/1297820663043/AKW-Unfall-in-Japan-Der-Traum-vom-Nullrisiko

Zusammenfassung

War der AKW-Unfall in Japan vermeidbar? Wer hat Schuld: Ingenieure oder Behörden? Vor dem Bau eines Kernkraftwerks wird festgelegt, welchen Belastungen das Kraftwerk standhalten können muss. In Fukushima rechneten die Verantwortlichen nicht mit einer Kombination aus Erdbeben der Stärke 9 und Tsunami. Das Atomkraftwerk war für diese Doppelbelastung einfach nicht ausgelegt. Die Schuld trifft also nicht die Ingenieure, sondern die Behörden, die das Risiko der eingetroffenen Kombination aus Erdbeben und Tsunami nicht eingeplant hatten.

Nullrisiko
Behörden müssen vor dem Bau eines Kernkraftwerks nach bestem Wissen und Gewissen abwägen, welche Belastungsstandards gelten sollen. Werden die Standards hoch angesetzt, verursacht das Kosten. Werden sie zu gering angesetzt, kann es zum AKW-Unfall kommen, so wie in Fukushima.

Ein Nullrisiko kann es nicht geben – das gilt nicht nur für AKWs, sondern für alle großtechnischen Anlagen, u. a. auch bei Sonne, Wind, Kohle oder Biomasse. Die zu beachtenden Risiken sind unterschiedlich:

  • Risiko für die Gesundheit
  • Risiko für die Umwelt
  • Risiko für die Versorgungssicherheit
  • Risiko für das soziale Zusammenleben
  • Risiko für die Wirtschaft

Die Schwierigkeit für die Behörden liegt nun darin zwischen den einzelnen Optionen abzuwägen. Am Beispiel Fukushimas hätte es sein können, dass das Einkalkulieren des Risikos "Starkes Erdbeben in Kombination mit Tsunami" die Kosten des Baus so in die Höhe getrieben hätte, dass sich der Bau aus wirtschaftlicher Sicht gar nicht gelohnt hätte.

Um sinnvolle Belastungsstandards festlegen zu können, müssen die Behörden
1. über wissenschaftliches Faktenwissen verfügen: Mit welchen Folgen muss man rechnen?
2. klare ethische Kriterien festlegen: Was soll die Gesellschaft im Abgleich der Risiken und Chancen akzeptieren oder tolerieren?

Fukushima im kollektiven Gewissen
Wie auch Tschernobyl vor 25 Jahren wird sich Fukushima weltweit in das Gedächtnis der Menschen einprägen. Wie die einzelnen Länder zukünftig mit dem Thema Atomenergie umgehen werden, bleibt abzuwarten. Der Atom-Unfall in Japan wird sich nicht nur auf den Bau zukünftiger Kernkraftwerke auswirken, sondern auf alle Großtechnologien mit hohem Risikopotenzial. Hierzu zählen beispielsweise auch Projekte wie Meeresdünnung oder künstliche Wolkenbildung (Geo-Engineering). Diese Technologien, mit denen man dem Klimawandel entgegen wirken könnte, werden wohl kaum noch eine Chance haben, verwirklicht zu werden.

DIALOGIK - gemeinnützige Gesellschaft für Kommunikations- und Kooperationsforschung mbH