Energiespiel Energetika 2010
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Energie-Frage der Woche

Wie wird sich die Energieversorgung in den kommenden Jahrzehnten wandeln? (20. Dezember 2010, dlr.de)

Im Wissenschaftsjahr "Die Zukunft der Energie" hat das DLR jede Woche eine Frage zum Thema Energie gestellt. Beantwortet hat sie Wissenschaftsjournalist Jan Oliver Löfken. Im Blog konnten die User Fragen und Kommentare publizieren, auf die wir geantwortet haben. Fast 150 Diskussionsbeiträge, Fragen und Antworten sind so zusammengekommen.

Spielanleitung/Video

In unserem Video Kurzeinführung erfährst du eine Variante, wie du erfolgreich in das Energiespiel starten kannst. Zudem werden die einzelnen Menues vorgestellt. Das Video gibt es als Download, es ist 130 mb groß: energiespiel-start-und-navigation.mov.zip

Erneuerbare Energien Gesetz
Das „Erneuerbare Energien Gesetz“

Das „Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien“, kurz auch „Erneuerbare-Energien-Gesetz“ (EEG), dient dem Zweck der Förderung von Technologien zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien (EE). Vom EEG gefördert sind Wärme, Kraftstoff oder Strom aus regenerativen Quellen wie Wind, Wasserkraft, Solarenergie, Klär- oder Grubengas, Biomasse oder Tiefengeothermie. 

Solarenergie auf Dächern, Energetika
Solarenergie auf Dächern, Energetika

Das EEG verfolgt das Ziel, die Abhängigkeit Deutschlands von endlichen fossilen EnergieträgernFossile Energieträger sind im Unterschied zu erneuerbaren und atomaren Energieträgern solche, die letztlich aus den Überresten vorzeitlicher Lebewesen entstanden sind. Fossile Energieträger sind vor allem Steinkohle, Braunkohle, Erdöl und Erdgas. sowie die mit deren Verstromung verbundenen, klimaschädigenden CO2-Emissionen zu mindern. Das Gesetz wurde am 1.4.2000 im Deutschen Bundestag verabschiedet und 2004 sowie 2009 novelliert. Das EEG fügt sich ein in eine Reihe weiterer nationaler wie internationaler umwelt- und energiepolitischer Maßnahmen, wird aber in besonderer Weise mit der politischen Förderung einer Energiewende in Deutschland in Verbindung gebracht. Nach Angaben des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) haben bereits 47 Staaten das deutsche EEG als Vorbild zur Gestaltung eigener Förderinstrumente herangezogen. Damit gilt das Erneuerbare-Energien-Gesetz als Erfolgsmodell für die Förderung erneuerbarer Energien.

Wirkungsprinzip des EEG

 

Energieform
Förderung bis 500 kW in Cent pro Kilowattstunde (EEG 2009)
Windkraft (Offshore)
3,5 - 13
Windkraft (Land)
5,02 - 9,2
Klärgas
7,11
Grubengas
7,16
Deponiegas9,00
Biomasse9,18 - 11,67
Wasserkraft
(Neuanlagen)
12,67
Geothermie16,00
Solarenergie
(Fotovoltaik)
39,58 - 43,01
(Anfang 2010 nach unten angepasst. Politische Zielvorgabe laut BMU nur noch ca. 30 Cent pro kWh)
Sehr verkürzte skizzenhafte Übersicht über Fördervolumina je Energieträger nach dem EEG 2009. Für Mengen über 500 kW gelten z.T. andere Daten. Außerdem spielen bei der Zumessung der Vergütungen Größe und Modernität der Anlagen und bestimmte Boni eine Rolle. Quelle: BMUmte Boni eine Rolle. Quelle: BMU

 

Das Wirkungsprinzip des EEG beruht auf zwei komplementären Säulen: Dem Vorrangprinzip und der Einspeisevergütung. Zum einen werden Netzbetreiber gesetzlich dazu verpflichtet, Strom aus erneuerbaren Quellen, der unter das EEG fällt, vorrangig vor Strom aus fossilen oder nuklearen Energieträgern abzunehmen. Netzbetreiber sind sogar verpflichtet, ihr Netz gegebenenfalls auszubauen, um den ihnen angebotenen Strom aus erneuerbaren Energieträgern aufnehmen zu können. Zum zweiten gilt eine bindende Einspeisevergütung für Strom aus erneuerbaren Energien. Die Netzbetreiber müssen den Anbietern von EE-Strom für 20 Jahre (bei großer Wasserkraft: 15 Jahre) den gesetzlich vorgesehenen Preis zahlen. Dieser variiert je nach Energieform teilweise erheblich. Hohe Kosten wie zum Beispiel für Strom aus Fotovoltaik-Anlagen können Netzbetreiber ihrerseits an Energieversorgungsunternehmen weitergeben. Aus Sicht der Anbieter erneuerbarer Energien bedeutet diese Einspeisevergütung die Schaffung finanzieller Anreize und Garantien.

Erneuerbare Energiequellen sind nach derzeitigem Stand (Anfang 2010) preislich noch nicht voll konkurrenzfähig gegenüber fossilen oder atomaren Energieträgern und damit nicht in jedem Fall wirtschaftlich. Politisch gewollte Investitionen in Nutzungskapazitäten und technologische Erforschung wären durch diesen Umstand blockiert. Der Preisnachteil hängt selbst weitgehend mit den noch vergleichsweise wenig erforschten Technologien der Nutzung von EEs zusammen. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz dient gewissermaßen als Geburtshelfer für die als alternativlos eingeschätzte zukünftige Nutzung erneuerbarer EnergienViele Energieträger werden bei der Energiewandlung verbraucht, etwa der atomare Energieträger Uran oder die fossilen Energieträger Kohle und Gas. Demgegenüber sind „erneuerbare Energien“ eine Gruppe von Technologien, deren Ausgangsstoff regenerativ und damit erneuerbar ist, wie Biomasse, oder schlicht nicht nennenswert verbraucht wird, wie die Wasser- oder Luftbewegung oder die Sonneneinstrahlung..

Kritik und Würdigung

Ein Strang der Kritik am EEG betrifft die unmittelbare Verteuerung von Strom, da die Netzbetreiber die Mehrkosten, zu denen sie das EEG verpflichtet, an die Energieversorger und damit letztlich an den Endverbraucher weitergeben.

Laut dem Bundesumweltministerium (BMU) betrugen die Mehrkosten 2007 und 2008 jeweils etwas über 4 Milliarden Euro bzw. 1,1 Cent pro kWh – das entspricht 5% des Strompreises. Bis 2010 werden diese Mehrkosten steigen, danach wieder sinken und 2022 bei Null anlangen.

Sogar aus dem ökologischen Lager gibt es vereinzelt Kritik an der Wirksamkeit hinsichtlich einer Reduktion von CO2CO2 oder auch Kohlendioxid ist ein Treibhausgas, es befördert den so genannten Treibhauseffekt. Ist CO2 in hoher Konzentration in der Atmosphäre, dann wird Wärme, die von der Erdoberfläche abstrahlt, durch das CO2 zurückreflektiert, und die Erde erwärmt sich. Wird immer mehr CO2 in die Atmosphäre ausgestoßen, dann kommt es zu einem menschlich erzeugten Klimawandel. CO2 wird bei der Verbrennung organischer Stoffe frei, bei Holz zum Beispiel, aber auch bei fossilen Energieträgern wie Kohle, Öl und Gas.-Emissionen. Die Bestimmungen des Gesetzes würden Kritikern zufolge nur zu einer Verlagerung von Emissionen führen, bzw. keine über die Bestimmungen des Emissionshandels hinausgehende CO2-Reduzierung bewirken.

Demgegenüber steht die unbestrittene Wirkung des EEGs als Jobmotor für die erneuerbaren Energien. Die Jobs in dieser Branche haben sich zwischen 2006 und 2008 auf über 270.000 verdoppelt. Bis 2020 werden laut BMU über 400.000 Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien erwartet. 

DIALOGIK - gemeinnützige Gesellschaft für Kommunikations- und Kooperationsforschung mbH