Energiespiel Energetika 2010
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Energie-Frage der Woche

Wie wird sich die Energieversorgung in den kommenden Jahrzehnten wandeln? (20. Dezember 2010, dlr.de)

Im Wissenschaftsjahr "Die Zukunft der Energie" hat das DLR jede Woche eine Frage zum Thema Energie gestellt. Beantwortet hat sie Wissenschaftsjournalist Jan Oliver Löfken. Im Blog konnten die User Fragen und Kommentare publizieren, auf die wir geantwortet haben. Fast 150 Diskussionsbeiträge, Fragen und Antworten sind so zusammengekommen.

Spielanleitung/Video

In unserem Video Kurzeinführung erfährst du eine Variante, wie du erfolgreich in das Energiespiel starten kannst. Zudem werden die einzelnen Menues vorgestellt. Das Video gibt es als Download, es ist 130 mb groß: energiespiel-start-und-navigation.mov.zip

Zukunftsforscher/in

Absurde Vorstellung
Stell dir mal folgende Situation vor: Unsere Regierung macht sich Gedanken darüber, ob Deutschland ab dem Jahr 2030 ganz auf Atomenergie verzichten soll. Atomenergie ja oder nein, lautet die Frage. Es gab Zeiten in der Menschheitsgeschichte, da hätte man für die Beantwortung dieser Frage einfach eine Priesterin in einen Beutel mit schwarzen und weißen Bohnen greifen lassen. Wäre eine weiße Bohne gezogen worden, hätte das ja bedeutet, eine schwarze Bohne nein. Eine total absurde Vorstellung, oder?

Zukunftsforscherin Dr. Katherina Abel
Zukunftsforscherin Dr. Katherina Abel

Viele Fragen
Die Frage nach dem Zeitpunkt für den Atomausstieg ist noch unbeantwortet. Und da es heute wohl niemand (in unserem Kulturkreis) mehr gut finden würde, wenn sie durch das Ziehen von Bohnen oder auf Grund des Flugs der Vögel beantwortet würde, müssen Argumente für oder gegen das Vorhaben gefunden werden. Aber woher soll man wissen, ob 2030 ein guter oder überhaupt ein möglicher Zeitpunkt für den Atomausstieg ist?


Anhaltspunkte finden
Es gibt Menschen, die sich täglich mit der Zukunft beschäftigen und die helfen können, eine möglichst gute Entscheidung zu treffen: Zukunftsforscher/innen. Denn gute Entscheidungen kann man nur dann treffen, wenn man tatsächlich eine Vorstellung davon hat, was ein Für oder Gegen dieses Vorhaben mit Deutschland macht. Wie sieht ein Deutschland ohne Atomstrom aus? Haben wir bis 2030 überhaupt Alternativen zur Atomenergie, ohne dass die Stromversorgung zusammenbricht oder die Strom-Preise explodieren? Was hält die Bevölkerung von der Entscheidung für oder gegen Atomstrom?

Die Zukunft greifbar machen
Als Zukunftsforscher/in könntest du versuchen, mit Hilfe wissenschaftlicher Methoden Antworten auf diese Fragen zu finden. Du würdest auf der Basis aktueller Daten und Fakten Energieszenarien entwerfen – ganz ähnlich wie im Energiespiel Energetika 2010. Dabei sind die Fähigkeiten und das Wissen vieler unterschiedlicher Disziplinen wie Soziologie, Naturwissenschaften und Wirtschaftswissenschaften gefragt. Denn ganz viele unterschiedliche Faktoren wie Finanzierbarkeit, Optimierung von Technologien, Akzeptanz in der Bevölkerung und Umweltbeeinflussung haben Auswirkungen darauf, wie die Zukunft aussehen könnte. Und dann steht immer noch die Frage im Raum, ob sich die möglichen, erarbeiteten Lösungswege auch in der Zukunft wirklich umsetzen lassen.

Gesellschaft gestalten
Aufgrund deiner Ergebnisse als Zukunftswissenschaftler/in hilfst du aktiv mit, die Zukunft unserer Gesellschaft zu gestalten. Denn nur, wenn wir eine Vorstellung von den möglichen Auswirkungen unserer Entscheidungen haben, können die Politiker in unserem Beispiel die richtige Entscheidung treffen und entsprechend handeln. 


Zukunftsforscherin Dr. Katherina Abel
Zukunftsforscherin Dr. Katherina Abel
Wie wird man das?
In der Regel sind Zukunftswissenschaftler/innen Leute, die studiert haben. Sie sind zum Beispiel Soziologen, Geologen oder Wirtschaftswissenschaftler. Damit sind sie Experten auf einem bestimmten Gebiet. Sie können die Zukunft aus einer ganz bestimmten Perspektive betrachten. Bei all dieser Spezialisierung ist es aber gerade für Zukunftswissenschaftler/innen von großer Bedeutung interdisziplinär (fächerübergreifend) zu denken und zu arbeiten. In Energetika gibt es daher die drei Punktekonten „Soziales“, „Ökologie“ und „Ökonomie“. In allen drei Konten darf eine bestimmte Anzahl von Punkten nicht unterschritten werden, sonst ist das Spiel zu Ende. Es macht weder im Spiel noch im wirklichen Leben Sinn, das Problem der Stromversorgung nur aus Sicht eines der Bereiche zu betrachten.

Manchmal haben sich Zukunftswissenschaftler/innen auch schon innerhalb ihres Studiums mit einem speziellen Gebiet der Zukunftsforschung beschäftigt. An der Uni Stuttgart zum Beispiel, kann man sich in seinem Soziologiestudium mit Technik- und Umweltsoziologie beschäftigen. Hierbei geht es auch um Technikfolgenabschätzung, also um Fragen wie: Welche neuen Techniken setzen sich überhaupt durch? Oder was für Auswirkungen haben neue Techniken auf unsere Gesellschaft?

An der Uni in Marburg gibt es im Rahmen der Soziologie ein Zentrum für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung. Als Studierender beschäftigst du dich u.a. mit der Frage: Wie haben und werden sich die Geschlechterverhältnisse (etwa in Bezug auf Kultur, Politik, Arbeit) in Zukunft verändern? 


Wer ist Zukunftsforscher/in?
Unter den Begriff Zukunftsforscher fallen also sehr viele unterschiedliche Berufsbilder. Oftmals nennen sich die Wissenschaftler, die sich mit der Zukunft beschäftigen auch nicht „Zukunftswissenschaftler“. Sie sind zum Beispiel Soziologen, Wirtschaftswissenschaftler oder Geologen, die sich besonders für Fragen interessieren, die die Zukunft betreffen.

Mehr Infos
Mehr Infos über die Zukunftsforschung bekommst du über das Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT) (www.izt.de, besonders IZT_AB23.pdf).
DIALOGIK - gemeinnützige Gesellschaft für Kommunikations- und Kooperationsforschung mbH